Wie dem auch sei, besagte Ausstellung lief unter dem Namen It is what it is und wenn man dann den letzten Raum erreicht, leuchten einem die Worte It is what it is, it was what it was entgegen.
Das schließt die Ausstellung meiner Meinung nach ziemlich gut ab, ebenso, wie es sie zusammenfasst.
Denn auch, wenn es alles canadische, moderne Kunst ist, die ausgestellt wird, so ist dies doch der einzige gemeinsame Aspekt, den die Künstler und ihre Werke hier teilen. So gibt es zum Beispiel Photos von Chinas ehemals schönen, prächtigen Gebäuden, heute direkt neben einer Baustelle, phantasievolle Landschaften mit vielen Spiegeln und grellen Farben, ein Miniaturhaus, das an den japanischen Anime Das Schloss im Himmel erinnert, und ein paar Kurzfilme. Und natürlich noch viel mehr ;)
Dabei ist die Architektur der Art Gallery besonders toll. Die Räume wirken nie einsam oder leer oder gar traurig, wie es meiner Meinung nach im Folkwang Museum in Essen vorzufinden ist. Man fühlt sich einfach wohl, wenn man durch die Gänge und Räume schlendert :)
Gestern war ich dann noch im Museum of Civilization, auf der Gatineau Seite, in Québec.
Allein das Gebäude sieht schon sehr beeidruckend aus, da es wirklich ausgefallene Formen vorzuweisen hat und kaum Ecken, sondern viele Rundungen. Das kommt natürlich auch innen drin im Gebäude selbst zum Vorschein. Es macht eine Menge Spaß, durch das Museum zu laufen und es gibt sogar ein ziemlich großes Kindermuseum, das total liebevoll gestaltet ist. Die Kinder rennen da praktisch einmal um die Welt und lernen etwas über die verschiedenen Kulturen - früher und heute. Also, meinem kleinen Gastbruder hat es sehr gefallen und ich war auch ganz beeindruckt, wie detailliert das alles gestaltet ist. Das ist aber im ganzen Museum der Fall.
Natürlich ist die riesige Indianerausstellung meine liebste. Die Totems sind einfach beeindruckend, wie sie bis zur Decke, die nicht gerade niedrig ist, ragen. Es gibt jede Menge Kunst aus der Zeit und nachgestellte Häuser sowie Räume, in denen Indianerlegenden vorgestellt werden - in Form von Texten, Hörbüchern oder kurzen Filmen, in denen Indianer etwas von ihrer Kultur erzählen. Außerdem gibt es auch einen Raum, in dem der Schwerpunkt darin liegt, zu zeigen, wie Indianer ihre Kultur heute leben und mit den amerikanischen/europäischen Einflüssen umgehen. Interessant war dann auch zu sehen, wie sich das Leben der Indianer - vor allem in eben in Canada - verändert hat, als die Weißen ihr Land betraten.
Gewisse Gewohnheiten und Kulturen zu übernehmen ist normal - das machen die Menschen heute auch. Was ist schon interessanter, als etwas Neues? Da denkt man manchmal auch nicht daran, dass das, was man hat, vielleicht viel wertvoller ist.
Nichtsdestotrotz ist das aber auch der Grund, warum manche Kulturen verlorengegangen sind und andere sich wiederum entwickelt haben.
Weiterhin zeigt das Museum sozusagen die Entstehung und Entwicklung Canadas so wie wir es heute kennen. Ein Rundgang stellt wichtige Persönlichkeiten da - in Krieg, Politik, Architektur, Musik, Kunst und Literatur. Aber Menschen vergessen, dass es andere Menschen waren, die dazubeigetragen haben, dass wir heute sein können, was wir sind. Und doch erinnern uns alltägliche Dinge eigentlich daran. Man muss nur auf den canadischen 20$ Schein schauen. Er zeigt die Schriftstellerin Gabrielle Roy (1909-1983) und zitiert: Nous connaîtrions-nous seulement un peu nous-mêmes, sans les arts? // Could we ever know each other in the slightest without the arts?
Ein kleines Stück canadische Kultur ist ebenfalls auf dem 5$ Schein vorzufinden, wo auf der Rückseite ein paar hockeyspielende Kinder abgebildet sind und neben an, in ganz klein, der Anfang des hier sehr populären Kinderbuches The Hockey Sweater abgedruckt ist. Das Buch ist im französischen Original von Roch Carrier und erzählt die Geschichte eines Jungen, der ein total Hockeyfan ist, dann aber aus dem Trikot seiner Lieblingsmannschaft rauswächst und von seiner Mutter dazu gezwungen wird, dass das Trikot einer anderen Mannschaft zu einem Hockeyspiel mit Freunden zu tragen. Da jedoch keiner diese Mannschaft mag und die kleinen französischen Canadier offensichtlich einen starken Nationalstolz haben, wird der Junge gefoult und darf schon nach kurzer Zeit nicht mehr mitspielen. Am nächsten Tag geht der Junge in die Kirche und betet, dass doch bitte ein paar Motten das Trikot zerfressen sollen, sodass er ein neues bekommen kann.. xD
Die Geschichte mag unter ein paar Aspekten vielleicht etwas seltsam sein, aber auf dem Schein ist ja nur der erste Satz abgedruckt, der Canada sehr clichéehaft zusammenfasst.
Nous vivions en trois lieux : l’école, l’église et la patinoire; mais la vraie vie était sur la patinoire... // We lived in three places - the school, the church and the skating rink - but our real life was on the skating rink...
Ich find's aber irgendwie auch ganz nett so ;P
Und jetzt genug gelabert. Die Photos, bitte! ;)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen